African faces – photographed by Holger Brune

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Love – by Rumi

Love

Are you fleeing from Love because of a single humiliation? What do you know of Love except the name? Love has a hundred forms of pride and disdain, and is gained by a hundred means of persuasion. Since Love is loyal, it purchases one who is loyal: it has no interest in a disloyal companion. The human being resembles a tree; its root is a covenant with God: that root must be cherished with all one’s might. A weak covenant is a rotten root, without grace or fruit. Though the boughs and leaves of the date palm are green, greenness brings no benefit if the root is corrupt. If a branch is without green leaves, yet has a good root, a hundred leaves will put forth their hands in the end.

I cannot sleep – Rumi – the mystical Persian poet


Because I cannot sleep
I make music at night.
I am troubled by the one
whose face has the color of spring flowers.
I have neither sleep nor patience,
neither a god reputation nor disgrace.
A thousand robes of wisdom are gone.
All my good manners have moved a thousand miles away.
The heart and the mind are left angry with each other.
The starts and the moon are envious of each other.
Because of this alienation the physical universe
is getting tighter and tighter.
The moon says, „How long will I remain
suspended without a sun?“
Without Love’s jewel inside of me,
let the bazaar of my existence by destroyed stone by stone.
O Love, You who have been called by a thousand names,
You who know how to pour the wine
into the chalice of the body,
You who give culture to a thousand cultures,
You who are faceless but have a thousand faces,
O Love, You who shape the faces
of Turks, Europeans, and Zanzibaris,
give me a glass from Your bottle,
or a handful of bheng from Your Branch.
Remove the cork once more.
The we’ll see a thousand chiefs prostrate themselves,
and a circle of ecstatic troubadours will play.
Then the addict will be breed of craving.
and will be resurrected,
and stand in awe till Judgement Day.

Die orientalische Musiktherapie

Über das Gehör zur Heilung gelangen

Von Holger Brune:
„Der Körper ist krank, wenn die Seele geschwächt ist, und er ist beeinträchtigt, wenn sie beeinträchtigt ist. Daher geschieht die Heilung des Körpers durch die Heilung der Seele, indem ihre Kräfte wiederhergestellt werden und ihre Substanz in die rechte Ordnung gebracht wird mit Hilfe von Klängen, die dies bewirken können und dafür geeignet sind.“ Al-Farabi, Arzt und Philosoph (10. Jhrd. ) Der arabische Anteil der Musiktherapie ist für die Gesamtentwicklung dieser Therapieform ein sehr wichtiger Beitrag. Die medizinischen Schriften des arabisch-islamischen Raumes zeigen deutlich, dass Musik im Mittelalter schon ein fester Bestandteil der arabischen Medizin war.

Ärzte, die gleichzeitig Philosophen waren, wie Ibn Sina, Ibn Butlan, Al-Farabi, Al-Kindi und Al-Balhi, schrieben Abhandlungen über die therapeutische Anwendung der Musik.

Im 10. Jahrhundert betonte Al-Balhi (gest. 934) in seinem Buch Masalih Al-Abdan wa’l-Anfus (der Erhalt von Körper und Seele) den ganzheitlichen Nutzen der Musik. In diesem Werk wird der Mensch als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele verstanden, die harmonisch zusammenwirken. Ist jedoch diese Harmonie gestört, besteht ein Ungleichgewicht und der Mensch wird folglich krank. Bei Al-Balhis ganzheitlichem Ansatz, der in Richtung Psychosomatik weist, werden im Falle einer Krankheit immer jene drei Ebenen des Menschen als gleichberechtigte Teile eines Ganzen betrachtet und auch behandelt. Er verfasste ein ganzes Kapitel über Sama’, das Hören von Musik und Poesie, denn in der Musik sah er die Verbindung zwischen Körper und Seele. Al-Balhi wusste, dass Melodien Seele und Körper gleichermaßen berühren.

Der antike Einfluss in seinem Werk ist unverkennbar. In der Antike gehörten Philosophie und Medizin zu einer Disziplin. Musik war Bestandteil der cultura und meinte im ursprünglichen Sinn des Wortes die Pflege von Körper und Geist.

Die arabisch-islamischen Gelehrten waren für die Verbreitung des antiken Wissens sehr wichtig. Als Kulturträger des antiken Wissens vertieften und erweiterten sie die aus dem Syrischen ins Arabische übertragenen antiken Werke, welche später als Grundlage der Medizin für die folgenden 1.400 Jahre dienten. So kam es auch, dass die griechische Ethos-Lehre – darunter versteht man die Theorie von der Wirkung, die die Musik auf die menschliche Seele und den Körper mit seinen unterschiedlichen Temperamenten hat – von den arabischen Medizinern in ihre Traktate über die heilende Wirkung der Musik aufgenommen wurde. Sie wurde verfeinert und schließlich in ein System geformt – das Maqamat-System. Dieses System ist bis zur modernen Anwendung heute das Kernstück der orientalischen Musiktherapie. Anhand der Klassifizierung der menschlichen Temperamente konnte der Patient eine individuelle Musiktherapie in den damaligen Krankenhäusern erhalten. Das Maqamat-System ist eine improvisierte Musikform, die im Vokal- oder Instrumentalstil vorgetragen wird. Der Musiker, der so zum Helfer des Arztes wurde, hatte nun die Möglichkeit, für den Patienten am Krankenbett im Spital die geeignete Musik entsprechend der Krankheit und korrespondierend zum Menschentyp zu spielen. Der Melancholiker benötigte eine andere Melodie als der Sanguiniker.

Die Maqamat wurden ähnlich wie die indischen Ragas der Tageszeit entsprechend eingeteilt. Auf Humoralpathologie und Astrologie basierend wurden sie den Temperamenten des Kranken angepasst, sowie nach Elementen, Geschlecht und Tierkreiszeichen kategorisiert. Zum Beispiel wird der Rast Maqam als feuerartig, männlich, warm, trocken und gelbgallig klassifiziert; er stärkt nach Schlaganfällen und belebt und soll am besten morgens gehört werden. Sein Tierkreiszeichen ist der Widder.

Aus Texten, die von Reisenden in jener Zeit verfasst wurden, weiß man heute, dass in den Krankenhäusern diese Musik am Bett gespielt wurde. Darüber hinaus wird darin berichtet, dass es sogar Kurkonzerte und Tafelmusik gab. Auch das Geräusch von plätscherndem Wasser wurde als heilend betrachtet und für Kranke wurde eine Möglichkeit geschaffen, vom Fenster aus diesem Klangspiel zu lauschen.

Der orientalische Anteil an der Entwicklung der modernen Musiktherapie geriet dennoch immer mehr in Vergessenheit. Erst im letzten Jahrhundert begannen Orientalisten und Mediziner, sich mit dem arabischen Anteil an der Gesamtentwicklung wissenschaftlich zu befassen. Viele alte Texte wurden aus dem Arabischen übersetzt und das Interesse an Musik als Therapie nahm nicht nur bei den Philologen und Medizinern zu. In Wien gründete Gerhard Tucek 1989 das Institut für Altorientalische Musik- und Kunsttherapie, und im Herbst 1997 begann ein internationales Pilotprojekt, bei dem ein Hochschullehrgang für Altorientalische Musiktherapie von der Münchener Hochschule für Musik und Theater, in Zusammenarbeit mit der Marmara Universität Istanbul, in Schloss Rosenau in Niederösterreich eingerichtet wurde.

In der Türkei erfuhr die Altorientalische Musiktherapie durch die Forschungen von Dr. Oruç Güvenç in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine wichtige Renaissance. Güvenç studierte an der Universität Istanbul Philosophie und klinische Psychologie und wurde wegen des Revivals der traditionellen Musiktherapie der Turkvölker weit über die Grenzen der Türkei hinaus bekannt. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der orientalischen Musiktherapie und zentralasiatischer Volksmusik sowie türkischer Sufimusik. Er weist ausdrücklich darauf hin, wie sehr der Sufismus an der Verbreitung der Musiktherapie beteiligt war und immer noch ist. Zurzeit lehrt Dr. Güvenç an der Marmara Universität Istanbul sowie am Institut für Ethnomusiktherapie in Österreich. Therapeuten, die sich dieser Ausbildung unterzogen haben, praktizieren heute national und international mit der altorientalischen Musiktherapie und sollen gerade bei Wachkomapatienten und in der unterstützenden Therapie bei Krebspatienten sehr erfolgreich sein. Auch hier werden die klassischen Melodien nach dem Maqamat-System verwendet und auf traditionellen, teils selbstgebauten Instrumenten wie Ud, Ney und Rahmentrommel gespielt. Sogar das sanfte Wasserplätschern wird medizinisch und musikalisch genutzt, ganz wie in alten Zeiten.

deep forest

Robert Frost. 1875–

67. The Road Not Taken

TWO roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that, the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I marked the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I,
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

a tear and a smile

A Tear And A Smile
I would not exchange the sorrows of my heart
For the joys of the multitude.
And I would not have the tears that sadness makes
To flow from my every part turn into laughter.

I would that my life remain a tear and a smile.

A tear to purify my heart and give me understanding
Of life’s secrets and hidden things.
A smile to draw me nigh to the sons of my kind and
To be a symbol of my glorification of the gods.

A tear to unite me with those of broken heart;
A smile to be a sign of my joy in existence.

I would rather that I died in yearning and longing than that I live Weary and despairing.

I want the hunger for love and beauty to be in the
Depths of my spirit,for I have seen those who are
Satisfied the most wretched of people.
I have heard the sigh of those in yearning and Longing, and it is sweeter than the sweetest melody.

With evening’s coming the flower folds her petals
And sleeps, embracingher longing.
At morning’s approach she opens her lips to meet
The sun’s kiss.

The life of a flower is longing and fulfilment.
A tear and a smile.

The waters of the sea become vapor and rise and come
Together and area cloud.

And the cloud floats above the hills and valleys
Until it meets the gentle breeze, then falls weeping
To the fields and joins with brooks and rivers to Return to the sea, its home.

The life of clouds is a parting and a meeting.
A tear and a smile.

And so does the spirit become separated from
The greater spirit to move in the world of matter
And pass as a cloud over the mountain of sorrow
And the plains of joy to meet the breeze of death
And return whence it came.

To the ocean of Love and Beauty—-to God.

Khalil Gibran